VdK fordert Finanzierung der Krankenkassenbeiträge von Bürgergeldbeziehern durch den Bund
Übernahme von versicherungsfremder Leistung brächte jährliches Einsparpotenzial von 12 Milliarden Euro für die gesetzliche Krankenversicherung.
Bei einer Podiumsdiskussion des VdK Hessen-Thüringen zur Gesundheitsversorgung in Frankfurt forderte der Landesvorsitzende des Sozialverbands, Paul Weimann, die Finanzierung der Krankenkassenbeiträge von Bürgergeldbeziehern durch den Bund. „Es ist schlichtweg ungerecht, die gesundheitliche Versorgung von Bürgergeldbeziehern vor allem durch die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen finanzieren zu lassen“, sagte Weimann bei der Veranstaltung am Abend des 21. April in Frankfurt. „Diese staatliche Sozialleistung muss durch den Bund und damit von allen Steuerzahlenden getragen werden.“
In seinem einführenden Referat der hochkarätig besetzten Veranstaltung hatte Ralf Metzger, Hauptabteilungsleiter der AOK Hessen, die aktuellen Reformansätze in der Gesundheitspolitik vorgestellt und gezeigt, dass die Finanzierung der Krankenkassenbeiträge von Bürgergeldbeziehern durch den Bund die gesetzliche Krankenversicherung um jährlich 12 Milliarden Euro entlasten würde. Die AOK, so Metzger, sehe das wie der VdK.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion kamen noch viele weitere Aspekte des Gesundheitssystems zur Sprache. Eine gute Basis dafür bildete eine aktuelle Umfrage des VdK, an der sich mehr als 20.000 Menschen beteiligt und von ihren Erfahrungen in Arztpraxen, Krankenhäusern und Notfall-Ambulanzen berichtet haben. Über die Ergebnisse dieser Umfrage diskutierten Tina Rudolph, Staatssekretärin im Thüringer Sozialministerium, Stefan Sydow, Abteilungsleiter im Hessischen Gesundheitsministerium, Stefan Würzbach, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt-, Sozial- und Gesundheitspolitik im DGBkurz fürDeutscher Gewerkschaftsbund Hessen-Thüringen, Jonas Fischer, Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim VdK Deutschland, und der VdK-Landesvorsitzende Paul Weimann.