Ursachen für ungleichen Lohn bekämpfen!
Mit zwei Großkundgebungen am 27. Februar in Jena und Frankfurt beteiligt sich der VdK Hessen-Thüringen am diesjährigen Equal Pay Day.

Beim Lohn herrscht keine Gerechtigkeit: Immer noch liegt der Bruttodurchschnittslohn von Frauen deutlich unter dem der Männer. Damit hat sich die Lohnlücke in den vergangenen Jahren kaum weiter geschlossen. Zwischen 2020 und 2023 betrug sie 18 Prozent, seit 2024 verharrt sie auf dem Niveau von 16 Prozent. „Lohnungleichheit hat viele Ursachen “, sagt Sonja Franz, Landesfrauenvertreterin des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen: „Sie ist einerseits eine Folge davon, dass eine Frau auch bei gleicher Qualifikation und Stellenbeschreibung weniger verdient als ihr männlicher Kollege und dass ihre Aufstiegschancen im Unternehmen meist geringer sind als seine. Andererseits hat die finanzielle Benachteiligung erwerbstätiger Frauen auch damit zu tun, in welchen Branchen sie vorrangig arbeiten und ob sie dies in Teil- oder Vollzeit tun.“
Eine Analyse der Beschäftigungssituation von Frauen zeigt: Sie stellen die große Mehrheit unter den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen oder in der frühkindlichen Pädagogik dar – also in Berufszweigen, in denen keine Spitzengehälter gezahlt werden. Außerdem arbeiten 49 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, bei Müttern sind es sogar sieben von zehn. „Das ist keine Frage des Lebensstils, sondern fast immer pure Notwendigkeit. Haushalt, Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen – diese Aufgaben werden vorrangig von Frauen übernommen“, so Sonja Franz. Damit sie diese unbezahlte Sorgearbeit leisten können, müssten sie häufig ihre Arbeitszeit reduzieren und mit den Folgen leben: einem geringeren Verdienst, niedrigeren Beiträgen für die Rente und drohender Armut im Alter.
Um auf diese strukturelle Benachteiligung von Frauen hinzuweisen, steht der diesjährige Equal Pay Day unter dem Motto „Equal Pay every day!“ Traditionell gehen an dem internationalen Protesttag weltweit Frauen auf die Straße und demonstrieren für gleiche Löhne. Auch die VdK-Frauen beteiligen sich mit zwei Großkundgebungen in Jena und Frankfurt am Equal Pay Day 2026, um ihre Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. „Wir setzen uns für ein Recht auf Rückkehr von Teil- in Vollzeit ein, das für alle Betriebe, unabhängig von deren Größe, gelten muss. Außerdem fordern wir eine flächendeckende, kostenfreie Kinderbetreuung sowie eine Lohnersatzleitung für pflegende Angehörige, entsprechend dem Elterngeld“, sagt Sonja Franz: „Die Arbeitszeit von Frauen hört meist nicht auf, wenn sie vom Job nach Hause kommen, sondern geht oft noch für einige Stunden und am Wochenende weiter. Für diese Mehrleistung dürfen sie nicht länger mit weniger Einkommen bestraft werden!“
Wir würden uns freuen, Sie bei unserer Veranstaltung am 27. Februar in Frankfurt und Jena begrüßen zu dürfen.
Ablaufplan Frankfurt
- Begrüßung: Heidrun Kepper-Bernhardt, Sozialverband VdK Hessen-Thüringen, Bezirksverband Kassel
- Rede: Dr. Daniela Sommer, stellvertretende Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Vizepräsidentin des Hessischen Landtags
- Rede: Tina Zapf-Rodríguez, Stadträtin Frankfurt, Dezernentin für Klima, Umwelt, Frauen
- Rede: Anna-Maria Boulnois, DGB Hessen-Thüringen
- Rede: Ursula Pöhlig, LandFrauenverband Hessen
- Rede: Monika Christann, Frankfurter Stadtverordnete der Fraktion Die Linke im Römer
- Rede: Beatrix Baumann, Frankfurter Stadtverordnete, Sozial-, Drogen und Frauenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Grünen im Römer
- Rede: Stella Schulz-Nurtsch, Frankfurter Stadtverordnete, Frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Römer
- Schlussworte: Heidrun Kepper-Bernhardt, Sozialverband VdK Hessen-Thüringen, Bezirksverband Kassel
Ablaufplan Jena
- Begrüßung: Vertreterin des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen
- Rede: Kerstin Barnowski, Landesfrauenrat Thüringen
- Rede: Lena Saniye Güngör, Vizepräsidentin des Thüringer Landtags
- Bürgerinnengespräch
- Rede: Vertreterin des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen
- Rede: Vertreterin des Frauenzentrums TOWANDA
- Bürgerinnengespräch
- Rede: Christina Richter, DGB Hessen-Thüringen
- Schlussworte