Schlechte Noten für die Politik
In einer von der AOK in Auftrag gegebenen Umfrage äußerten sich Bürgerinnen und Bürger sehr negativ über die Situation in der Pflege und stellten der Bundesregierung in diesem Punkt ein miserables Zeugnis aus.

Mangelhafte Unterstützung
Auch Menschen aus Hessen und Thüringen wurden befragt. In Hessen gaben 66 Prozent von insgesamt 730 Teilnehmenden der Bundesregierung die Noten 5 und 6 für ihre Arbeit in Hinblick auf die Pflegeversicherung; in Thüringen waren es sogar 76 Prozent. 74 Prozent der befragten Hessinnen und Hessen vertraten zudem die Auffassung, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erhielten keine ausreichende Unterstützung, in Thüringen beurteilten 51 Prozent die bestehende Pflegeinfrastruktur als „sehr schlecht“ beziehungsweise „eher schlecht“.
Angst vor dem Pflegefall
Besonders pessimistisch fielen die Angaben bei Fragen aus, die um die eigene Zukunft kreisen. So stimmten in Thüringen 91 Prozent und in Hessen 85 Prozent der Aussage zu: „Ich habe Sorgen, dass mich die privaten Zusatzkosten in einem Pflegeheim finanziell überfordern werden.“ Viele befürchten außerdem, in ihrer Umgebung kein bezahlbares Heim zu finden, wenn sie selbst einmal pflegebedürftig werden sollten, und in dieser Situation aufgrund der hohen Kosten für die Unterbringung ihrer Familie zur Last zur fallen oder Sozialleistungen beantragen zu müssen.
Krise ist spürbar
Laut AOK Hessen bestätigen die Antworten, dass „die Krise der Pflegeversicherung in der Bevölkerung längst spürbar“ sei und das Ausbleiben tragfähiger Reformen die Menschen stark verunsichere. Zurzeit werden in der Bundespolitik mehrere Vorschläge zur Kostendämpfung in der Pflegeversicherung diskutiert. Dazu gehört das Aufschieben der Zuschüsse zum Eigenanteil an den Heimkosten um sechs Monate, was zur Folge hätte, dass erst nach einer längeren Verweildauer in der Einrichtung eine deutliche finanzielle Entlastung einträte. Außerdem wird über die Heraufsetzung der Schwellenwerte bei der Einstufung in die Pflegegrade 1 und 2 nachgedacht. Beides könnte sich nachteilig für Betroffene auswirken.