Kategorie Frauen Soziale Gerechtigkeit

Gleicher Lohn für beide Geschlechter!

Zum Equal Pay Day fanden Großkundgebungen des VdK in Jena und Frankfurt gegen die Lohndiskriminierung von Frauen statt.

Mehrere Frauen mit Transparenten
© VdK Hessen-Thüringen

Beim Gehalt herrscht keine Gerechtigkeit: Immer noch liegt der Bruttodurchschnittslohn von Frauen 16 Prozent unter dem der Männer. Um gegen diese Ungerechtigkeit zu protestieren, gehen am „Equal Pay Day“ in jedem Jahr in vielen Ländern Frauen auf die Straße. Der internationale Aktionstag findet immer an dem Datum statt, bis zu dem sie seit Jahresbeginn rein rechnerisch umsonst gearbeitet haben. 2026 ist dies der 27. Februar.

Auch der VdK Hessen-Thüringen beteiligt sich alljährlich mit eigenen Aktionen am Equal Pay Day. Für heute hat der Verband zu zwei zentralen Kundgebungen auf dem Jenaer Holzmarkt und an der Frankfurter Hauptwache aufgerufen. In ihrer Ansprache in Frankfurt forderte die stellvertretende VdK-Landesvorsitzende Dr. Daniela Sommer, endlich die Lohnlücke zu schließen und Frauen und Männern den gleichen Lohn zu zahlen. 

Zahlreiche Vertreterinnen von Parteien, Gewerkschaften und anderen Organisationen nahmen an den VdK-Veranstaltungen teil, darunter das Mitglied des Frankfurter Magistrats, Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, und die Vizepräsidentin des Thüringer Landtags, Lena Saniye Güngör. In ihren Ansprachen forderten die Gastrednerinnen, wofür sich auch der VdK einsetzt: neben einer gleichen Bezahlung vor allem die strukturellen Ungerechtigkeiten zu beseitigen, die bis heute zu einer Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt führen. 

Bei Abitur und Hochschulabschlüssen haben Frauen mittlerweile die Nase vorn: Ihr Anteil beträgt hier 55 Prozent. Aber trotzdem verdienen sie pro Stunde im Schnitt 4,24 Euro weniger als erwerbstätige Männer. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen nach wie vor vermehrt in Teilzeit berufstätig sind, insbesondere wenn sie Kinder haben (70 Prozent). Eine unzureichende Kinderbetreuung hindert sie häufig daran, ihre Arbeitszeit auszuweiten, was zu Einkommensverlusten, geringen beruflichen Aufstiegschancen und in vielen Fällen zu Armut im Alter führt. Mehrheitlich sind es auch die weiblichen Familienmitglieder, die – wenn es erforderlich wird – die Pflege eines Angehörigen übernehmen und deshalb beruflich teilweise oder ganz aussteigen.

Der VdK fordert, dass Frauen für die Übernahme dieser gesamtgesellschaftlich wichtigen Aufgaben nicht länger mit Verdiensteinbußen bestraft werden. Eine Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige, die sich ans Elterngeld anlehnt, mehr kostenfreie Plätze in Krippen und Kitas, der zügige Ausbau von Grund- zu Ganztagsschulen sowie ein allgemeines Recht auf Rückkehr von einer Teilzeit- zu einer Vollzeittätigkeit wären aus Sicht des Sozialverbands notwendige Schritte, um die Lohnungleichheit langfristig wirksam zu bekämpfen.