Zahl der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner weiter gestiegen
VdK: Viele Ältere sind auf Zusatzverdienst angewiesen, weil die Rente nicht reicht.

Heute veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen: In Deutschland arbeiten immer mehr Menschen auch im Rentenalter. 2025 waren demnach 14 Prozent der Rentnerinnen und Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren erwerbstätig, 2024 lag ihr Anteil noch bei 13 Prozent. Den neuen Daten zufolge arbeiteten 73 Prozent als abhängig Beschäftigte, knapp zwei Drittel (65 Prozent) davon waren in einem Mini- oder Ein-Euro-Job geringfügig tätig. Der größte Teil (40 Prozent) ging der Beschäftigung bis zu 10 Stunden pro Woche nach, für 13 Prozent hatte die Arbeitswoche aber sogar mehr als 40 Stunden.
Eine Zunahme der Erwerbstätigkeit im Ruhestand ist auch in Hessen und Thüringen zu erkennen. In Hessen zählte die Statistik im vergangenen Jahr 147.000 Erwerbstätige der Altersgruppe 65 Jahre und älter und damit 19.000 mehr als 2024. In Thüringen blieben 2025 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 33.500 Frauen und Männer über die Regelaltersgrenze hinaus erwerbstätig, das sind 11.800 mehr als 2015.
„Für viele Rentnerinnen und Rentner ist die Entscheidung, berufstätig zu bleiben, allerdings weniger durch die Freude am Job motiviert als eine finanzielle Notwendigkeit“, sagt Paul Weimann, Landesvorsitzender des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. Einen Indikator dafür, dass mehr Menschen im Ruhestand einen zusätzlichen Verdienst brauchen, um über die Runden zu kommen, bildet zum Beispiel die auf hohem Niveau verharrende Armutsgefährdung der Altersgruppe 65 plus. Laut Sozialberichterstattung gelten in Hessen 19,5 Prozent dieser Senioren als armutsgefährdet, in Thüringen 18,7 Prozent.
„Wir dürfen auch diejenigen nicht vergessen, die von der Option eines Zuverdienstes im Alter ausgeschlossen und ausschließlich auf eine niedrige Rente angewiesen sind“, betont der VdK-Landesvorsitzende. „Deshalb fordern wir eine auskömmliche gesetzliche Altersversorgung für alle – besonders für Menschen, die es aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Einschränkungen oder Pflegeverpflichtungen schwer haben“, erklärt Weimann. Um dies zu finanzieren, setze sich der VdK schon seit Jahren für eine Rentenversicherung ein, in die alle Erwerbstätigen einzahlen – also neben Selbstständigen auch Beamte sowie Politikerinnen und Politiker.