Kategorie Rente Arbeit & Berufsleben

Mehr Wertschätzung für ältere Arbeitskräfte!

Zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober fordert der VdK Hessen-Thüringen altersgerechte Arbeitsplätze und Arbeitszeitmodelle sowie den Ausbau der beruflichen Rehabilitation.

Ein Mensch in einem orangefarbenen Overall trägt einen gelben Helm in den Händen
© Pixabay

Die Menschen in Deutschland arbeiten immer länger. Das belegen Zahlen der Statistischen Ämter. In Hessen stieg die Erwerbstätigenquote bei den 55- bis 64-Jährigen seit 2005 von 46,9 Prozent auf 75 Prozent im Jahr 2025. Aktuell sind in Hessen 718.000 Angehörige dieser Altersgruppe berufstätig. in Thüringen verdoppelte sich ihre Zahl in den vergangenen 20 Jahren von etwa 120.000 auf 240.000 Beschäftigte. Aber auch unter denjenigen, die bereits das Rentenalter erreicht haben, ist mittlerweile eine große Gruppe weiterhin erwerbstätig. In Thüringen gehen 33.500 Personen trotz Rentenbezug einer Beschäftigung nach, in Hessen sind 13,8 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner berufstätig.

„Diese Entwicklung entkräftet den Vorwurf, Ältere würden auf Kosten der jüngeren Generation ihren Ruhestand ausgiebig genießen“, sagt Paul Weimann, der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen: „Wir sehen stattdessen, dass auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jenseits der 50 und 60 einen wichtigen Beitrag für die Volkswirtschaft leisten. Mit ihrer langjährigen Berufserfahrung sind sie eine wertvolle Ressource in den Betrieben und aufgrund des Fachkräftemangels nur schwer zu ersetzen.“

Zum Welttag der menschenwürdigen Arbeit fordert der VdK daher eine neue Wertschätzung für ältere Beschäftigte. Konkret setzt sich der Verband dafür ein, ihre spezifischen Arbeitsmarktchancen und gesundheitlichen Belastungen stärker in den Blick zu nehmen. Altersgerecht gestaltete Arbeitsplätze und Arbeitszeitmodelle können dazu beitragen, die Arbeitskraft möglichst lange zu erhalten und die Risiken berufsbedingter Erkrankungen zu verringern. Dazu gehört auch der Ausbau von Angeboten zur beruflichen Rehabilitation.

Gleichzeitig warnt der VdK davor, Erwerbstätigkeit bis ins hohe Alter hinein als selbstverständlich anzusehen. „Nicht jede Tätigkeit ist gleichermaßen anstrengend. Körperlich belastet sind vor allem die Beschäftigten auf dem Bau, in der Gastronomie, der Pflege oder im Einzelhandel“, hebt der VdK-Landesvorsitzende hervor: „Gleichzeitig dürfen wir diejenigen nicht vergessen, die es aufgrund von Entlassung, Krankheit oder Pflegeverpflichtung schwer auf dem Arbeitsmarkt haben.“ 

Der zurzeit in der Politik diskutierten Forderung nach einer generellen Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre erteilt der VdK daher eine klare Absage: „Alle, die es nicht schaffen, so lange durchzuhalten, müssten mit hohen Abschlägen bei der Rente rechnen. Es darf nicht sein, dass wir auf diesem Weg der Altersarmut Vorschub leisten“, sagt Paul Weimann.  Schon jetzt liege die Armutsgefährdungsquote in der Altersgruppe 65 plus bei 19,6 Prozent und damit 3,5 Prozent über dem Anteil in der Gesamtbevölkerung.