Kategorie Veranstaltung

Gemeinsam im Dienst für die Menschen

Neujahrsempfang des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen in Erfurt mit Ministerpräsident Mario Voigt

Gruppenfoto mit Paul Weimann, Mario Voigt, Katharina Schenk, Jörg Kubitzki

Beim traditionellen Neujahrsempfang des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, der heute im Evangelischen Augustinerkloster in Erfurt stattfand, hat dessen Landesvorsitzender Paul Weimann die zentralen sozialpolitischen Herausforderungen im Freistaat angesprochen. Vor rund 100 geladenen Gästen – darunter der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt und Sozialministerin Katharina Schenk – forderte Weimann unter anderem, die Pflege zur kommunalen Pflichtaufgabe zu ernennen. Sie gehöre genauso zur Daseinsvorsorge dazu wie die Kinderbetreuung oder Wasserversorgung. 

Etwa 200.000 Menschen in Thüringen haben einen Pflegegrad. Eine große Mehrheit von ihnen – 87,4 Prozent – wird zu Hause und vorrangig durch eigene Angehörige versorgt. Für diese, sagte Weimann, müsse mehr getan werden, um sie zu entlasten. An vielen Orten fehle es derzeit an freien Plätzen in der Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege sowie an Angeboten zur Begleitung und Hilfe im Alltag. Hier müssten die Kommunen in Zukunft stärker in die Planung und Sicherstellung der pflegerischen Infrastruktur eingebunden werden. Denn sie seien nahe an den Menschen und könnten daher am besten überblicken, welche Unterstützung für Pflegebedürftige und ihre Familien bereits vorhanden sei und wo zusätzlicher Bedarf bestehe. 

Ausdrücklich lobte der VdK-Landesvorsitzende die neuen, gelockerten Regelungen zur Nachbarschaftshilfe in Thüringen. Dadurch sei es Ehrenamtlichen möglich, ohne vorherigen Besuch von speziellen Kursen für hilfebedürftige Leute aus ihrem Umfeld tätig zu werden. „Im Mittelpunkt steht der Mensch“, betonte Weimann, „Wir müssen uns wieder umeinander kümmern, mehr als je zuvor.“  

Der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt, der zweite Hauptredner bei dem Empfang, eröffnete seine Ansprache mit einem „großen Kompliment“ an den VdK: „Wir sind dankbar für das, was ihr leistet“, wandte er sich an Paul Weimann und dessen Stellvertreter Jörg Kubitzki. Voigt hob außerdem die zentrale Bedeutung des Themas Gesundheit für die Bevölkerung hervor. Aktuell gebe es im Freistaat rund 100 unbesetzte Arztsitze. Um hier Abhilfe zu schaffen und das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit des Staates wieder zu stärken, habe die Landesregierung gleich mehrere Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel die finanzielle Förderung bei der Übernahme von Apotheken und Arztpraxen. Politik, so der Ministerpräsident, müsse sich in erster Linie darum drehen, „den Menschen zu dienen“.