Kategorie Kinder und Jugendliche Sozialpolitik

Zu wenig Kita-Personal

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt: Nur 13,7 Prozent aller Kindestagesstätten in Deutschland sind personell so ausgestattet, dass sie eine „qualitativ hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder gewährleisten“ können.

Kleines Kind mit hellem Haarflaum, von hinten aufgenommen, baut hochkonzentriert einen Turm aus bunten Bauklötzen.
Zeit, Zuwendung und Unterstützung - das brauchen vor allem kleine Kinder, um sich gut entwickeln zu können. © Pixabay

Große regionale Unterschiede

Noch schlimmer sehen die Zahlen in einigen Bundesländern aus. So erfüllen in Thüringen sogar nur 0,8 Prozent der Einrichtungen den empfohlenen Standard, in Hessen sind es 9,7 Prozent. 

Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit gilt der Beruf der Erzieherin in Hessen, aber nicht in Thüringen als Engpassberuf. Insofern lässt sich der unzureichende Personalschlüssel in den Thüringer Kitas nicht nur durch den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt erklären.   

Bildungsauftrag per Sozialgesetz

Nach dem Kinder- und Jugendhilferecht haben Kindertagesstätten einen klaren Bildungsauftrag: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“, heißt es in Paragraph 1, Sozialgesetzbuch VIII.

Dafür braucht es ausreichende Personalkapazitäten. Sie sind „unabdingbar, wenn es um die notwendigen zeitlichen Ressourcen für die individuelle Bildungs- und Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes geht“, heißt es in der Studie der Bertelsmann-Stiftung. Hinzu komme, dass Kinder heute in sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten aufwüchsen. Umso wichtiger sei es, in den Kitas Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichten, die Kinder in ihrer Vielfalt angemessen zu fördern.

VdK fordert integrierte Ausbildung

Der VdK Hessen-Thüringen fordert daher, durch Anheben des Personalschlüssels in den Kitas qualitative Mindeststandards zu schaffen und eine bessere Betreuung zu erreichen. Als wichtige Maßnahme zum Erreichen dieses Ziels empfiehlt der VdK, mehr praxisintegrierte Ausbildungsplätze zu schaffen, damit angehende Erzieherinnen und Erzieher schon während der Ausbildung in einem vergüteten Ausbildungsverhältnis stehen und von der engen Verbindung zwischen theoretischem Unterricht und beruflicher Praxis profitieren können.