Landarztquote in Thüringen
Zur Zeit läuft in Thüringen die Bewerbungsfrist für die 21 Studienplätze in Zahn- und Humanmedizin, die über die sogenannte „Landarztquote“ an der Jenaer Uni vergeben werden. Start ist dann im Wintersemester 2026/2027.

Medizinische Unterversorgung
Um dem Ärztemangel auf dem Land zu begegnen, hatte der Thüringer Landtag 2024 die Einführung einer sogenannten „Landarztquote“ beschlossen. Über diese Quote werden Studienplätze in Human- und Zahnmedizin an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, deren Abiturnote nicht genügt, um bei der herkömmlichen Vergabe berücksichtigt zu werden.
Im Gegenzug verpflichten sich die angehenden Medizinerinnen und Mediziner dazu, im Anschluss an das Studium zehn Jahre lang als Haus- oder Zahnarzt oder als Kiefernorthopäde in einem sogenannten „Bedarfsgebiet“ zu arbeiten. So werden in Thüringen Regionen bezeichnet, in denen eine medizinische Unterversorgung bereits herrscht oder absehbar ist oder in denen es einen lokalen Versorgungsbedarf gibt. Aktuell können im Freistaat wegen fehlender Nachfolge rund 100 Arztsitze nicht besetzt werden. Die Bewerbungsfrist für einen Studienplatz im kommenden Wintersemester läuft noch bis zum 31. März. Mehr Infos unter Externer Link:https://karriere.thueringen.de/.
VdK begrüßt Landarztquote
Auch Hessen hat bereits 2022 eine Landarztquote eingeführt. Insgesamt stehen von den 1.000 vorhandenen Studienplätzen an den Hochschulen in Frankfurt, Marburg und Gießen 78 für Bewerbungen über die Quote zur Verfügung, von denen 13 für eine spätere Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst vorgesehen sind. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sind in Hessen etwa 300 Hausarztstellen unbesetzt.
Der VdK begrüßt die Landarztquote als wichtiges Instrument, um die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen zu verbessern.