Kategorie Sozialpolitik

Hitzehilfe für Hessen

Die Hessische Landesregierung hat ein neues Förderprogramm für den Hitzeschutz von Pflegeinrichtungen und Kitas beschlossen.

Ein Klimagerät mit Ventilator zur besseren Luftzirkulation
© Pixabay

Zehn Millionen Euro

Unter dem Titel „Hitzehilfe für Hessen“ wird das Umweltministerium in den kommenden drei Jahren rund zehn Millionen Euro für die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten bereitstellen. 

Kälte-Inseln an heißen Tagen

Antragsberechtigt sind Träger von Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten, die jeweils bis zu 5000 Euro Fördermittel aus dem Programm abrufen können, um damit zum Beispiel bei hohen Außentemperaturen sogenannte Kälteinseln in ihren Räumlichkeiten zu schaffen. Das Förderprogramm soll bewusst bürokratiearm ausgestaltet werden. Die Landesregierung versteht dies auch als "gezielten Anreiz für Investitionen, die bislang häufig an begrenzten finanziellen Spielräumen scheitern“ würden.

Förderung erreicht nicht alle

Der VdK begrüßt das neue Förderprogramm als Schritt in die richtige Richtung, weil es gezielt gefährdete Gruppen – Pflegebedürftige und kleine Kinder – besser vor Hitze schützen soll. Allerdings reicht diese Maßnahme seiner Meinung nach nicht aus, um alle Risikogruppen zu erreichen: 86,4 Prozent der mehr als 450.000 Pflegebedürftigen in Hessen werden zu Hause und nicht stationär versorgt und profitieren daher nicht von dieser Förderung.

Kosten nicht Betroffenen aufbürden

Der VdK warnt außerdem vor einer möglichen finanziellen Belastung für die Bewohner und Bewohnerinnen von Pflegeeinrichtungen. Denn die Kosten für die Instandhaltung oder Sanierung der Gebäude dürfen auf sie umgelegt werden. Eine Folge der Hitzehilfe könnte demnach sein, dass Betreiber von Pflegeheimen den Zuschuss für größere, eigene Investitionen in einen besseren Klimaschutz nutzen und dadurch der Eigenanteil, den Pflegebedürftige für ihren Aufenthalt leisten müssen, steigt. Schon jetzt liegt er in Hessen bei 3229 Euro im Monat. Nach Angaben des Verbandes der Ersatzkassen macht die Beteiligung an den Investitionskosten dabei aktuell 525 Euro aus.