Hilfe im Alltag
Ein Projekt, das hoffentlich Schule macht: In der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Rodgau-Dudenhofen (Landkreis Offenbach) können sich Schülerinnen und Schüler für die Nachbarschaftshilfe qualifizieren.

Generationen zusammen bringen
Das Angebot geht zurück auf eine gemeinsame Initiative der Schule selbst zusammen mit der Leitstelle Älter werden des Landkreises Offenbach und dem Verein Rodgau Erleben e.V. Ziel ist es, Verantwortungsbewusstsein und soziales Engagement von jungen Menschen zu stärken und die Generationen zusammen zu bringen.
Gebrechlichkeit selbst erleben
Insgesamt 25 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe hatten sich für den ersten, eintägigen Kursus angemeldet. Die Teilnahme war freiwillig und nicht Teil des Pflichtunterrichts. Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf der Schulung in Erster Hilfe – in Hessen sind entsprechende Kenntnisse Voraussetzung, um als Nachbarschaftshelferin oder -helfer tätig werden zu können. Zusätzlich hatte Miriam Mauthe, die im Landkreis als Gemeindepflegerin arbeitet, einen Alterssimulationsanzug mitgebracht, damit die Schülerinnen und Schülern am eigenen Leib erfahren können, wie sich altersbedingte Beeinträchtigungen anfühlen. Außerdem wurde ein Demenz-Parcours aufgebaut, der ebenfalls auf eine sehr unmittelbare Weise die Lebenswirklichkeit von demenziell Erkrankten erlebbar macht. Das hilft vielleicht auch, Berührungsängste mit den Themen Alter und Hinfälligkeit auf Seiten der Heranwachsenden abzubauen.
Selbstständig bleiben
Vor allem alleinlebende Senioren und Seniorinnen leiden häufig unter Einsamkeit und freuen sich über Gesellschaft und praktische Unterstützung im Alltag. Genau hier soll die Nachbarschaftshilfe einsetzen, zu deren Tätigkeiten keine pflegerischen Aufgaben im engeren Sinne zählen. Nachbarschaftshelfer und -helferinnen erledigen Einkäufe, holen Medikamente aus der Apotheke oder kümmern sich um Haushalt und Wäsche, gehen mit zum Arzt oder begleiten auf einer Runde durch den Park, haben Zeit zum Zuhören oder Kartenspielen. Ihre Unterstützung hilft in vielen Fällen, die Selbstständigkeit zu bewahren und Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern.
Anreiz und Anerkennung
Nachbarschaftshilfe ist ein Ehrenamt, kann allerdings in Form einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Zurzeit zahlt die Pflegekasse dafür 131 Euro im Monat. Für Schülerinnen und Schüler ist das bestimmt ein zusätzlicher Anreiz. Maximal dürfen allerdings nur drei Personen gleichzeitig betreut werden. Am Ende haben sechs Teilnehmende ihre ausgefüllten Unterlagen eingereicht, um sich für die Nachbarschaftshilfe registrieren zu lassen. In ganz Hessen gibt es knapp 6.600 anerkannte Nachbarschaftshelfer.