Mobil bleiben
Auch die Fortbewegung mit dem Rollator will gelernt sein. VdK-Mitglied Ursula Stock ist ausgebildete Trainerin mit Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit. Für alle, die einen Rollator nutzen möchten, hat sie ein paar Tipps zusammengestellt.

Kauf
- Es gibt mittlerweile etliche Modelle von Rollatoren. Diese unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht: in der Größe, dem Gewicht, der Bereifung, der Stabilität, der Ausstattung, ob sie zusammenklappbar sind oder -gefaltet werden können und ob sie eine Kipphilfe haben oder nicht.
- Überlegen Sie genau, bevor Sie einen Rollator anschaffen, wofür Sie diesen brauchen: für die Wohnung, für Ausflüge im Wohnviertel, für Spaziergänge auf Feld- und Waldwegen? Für die jeweilige Nutzung gibt es unterschiedlich geeignete Rollatoren.
- Bitte achten Sie auch auf die Angaben zur Gesamtbelastbarkeit (ob 120, 130 oder 150 kg. Sonst könnte es passieren, dass der Rollator, wenn Sie ihn bei einem Großeinkauf stark beladen haben und sich dann ein paar Minuten selbst daraufsetzen und ausruhen wollen, dieses Gesamtgewicht nicht tragen kann.
- Achten Sie auch auf das Eigengewicht des Rollators, vor allem wenn Sie vorhaben, ihn häufiger für Autofahrten ein- und auszuladen.
- Mittlerweile bieten auch einige Discounter Rollatoren an, die grundsätzlich nicht schlechter sein müssen als die Modelle aus dem Sanitätshaus. Allerdings kann hier eine Reklamation oder Reparatur problematisch werden. Und das passende Zubehör wie einen Regenschirm etc. sowie eine Einweisung in den Gebrauch gibt es an der Supermarktkasse auch nicht.
- Den alten Rollator vom Opa oder der Tante lassen Sie am besten im Keller stehen, statt ihn für sich selbst in Betrieb zu nehmen. Wer weiß, ob er zu Ihrer Körpergröße passt und vor allem, wie es um seine Fahrtüchtigkeit bestellt ist. Besser ist es, sich ein Rezept für ein eigenes Gerät ausstellen zu lassen.
Auf die richtige Einstellung kommt es an
- Entscheidend für die sichere Nutzung eines Rollators ist die richtige Einstellung der Griffhöhe. Die Griffe sollten sich in etwa auf der Höhe der Handgelenke befinden, so dass Sie den Rollator in aufrechter Haltung mit leicht angewinkelten Armen schieben können. Es empfiehlt sich, den Rollator möglichst dicht am Körper und nicht weit vor sich wie eine Schubkarre zu führen. Das verleitet automatisch zu einer gebeugten Haltung, die Rückenschmerzen verursachen kann, und ist weniger sicher.
Tipps für Unterwegs
- Wenn Sie den Rollator auch als Sitzplatz zum zwischendurch Ausruhen bei längeren Strecken benutzen möchten, denken Sie daran: Immer zuerst die Feststellbremse betätigen! Außerdem muss dafür unbedingt ein Gurt als Rückenlehne vorhanden sein. Viele Unfälle passieren, weil er fehlt und die Nutzerinnen und Nutzer das Gleichgewicht verlieren und nach hinten wegkippen.
- Fahren Sie nie rückwärts, auch nicht, wenn Sie zum Beispiel aus dem Fahrstuhl aussteigen möchten. Mit ein paar leichten Handgriffen lässt sich der Rollator in die richtige Richtung umdrehen, damit er wieder vor Ihnen ist.
- Wann immer Sie sich unsicher fühlen, zum Beispiel beim Ein- und Aussteigen in den Bus, bei Treppenaufgängen mit mehreren Stufen etc.: Sprechen Sie andere Menschen an und bitten um Hilfe! Das fällt vielen anfangs schwer, aber man kann lernen, seine Ängste und Befangenheit zu überwinden. Erfahrungsgemäß helfen die meisten Leute gerne und weisen Sie nicht ab.
- Es ist praktisch, Einkäufe im Rollator zu verstauen. Netz oder Tasche gehören oft zur Ausstattung dazu oder können nachträglich erworben werden. Passen Sie allerdings auf, dass Sie Ihr Fahrzeug nicht zu schwer beladen, es könnte sonst umkippen. Und wenn Sie beispielsweise eine Rampe abwärts fahren, denken Sie daran, dass das zusätzliche Gewicht den Rollator nach unten zieht und sich Ihre Abfahrt unfreiwillig beschleunigt.
- Niemals Gegenstände wie Portemonnaie, Handy oder Schlüssel in der Rollator-Tasche lassen. Diebstahlgefahr! Tragen Sie diese Dinge lieber bei sich am Körper.
Check
- Ganz wichtig: Einmal im Jahr muss der Rollator zur Inspektion! Vor allem die Funktionstüchtigkeit der Bremsen muss regelmäßig überprüft werden. Aber auch die Reifen könnten abgefahren sein.
Mehr Licht!
- Ebenfalls wichtig: Statten Sie Ihren Rollator mit Reflektoren und einer Beleuchtung aus, damit man Sie auch im Dunkeln gut und rechtzeitig sehen kann.
Übung macht den Meister
- Aller Anfang ist schwer, das gilt auch für die Fortbewegung mit Rollator. Eine Möglichkeit ist, dass Sie sich von Ihrem Arzt oder Orthopäden zusätzlich zum Rezept für den Rollator auch ein Rezept für Physiotherapie ausstellen lassen. Der Physiotherapeut oder die Therapeutin übt dann mit Ihnen, bis Sie sich sicherer im Umgang mit dem Rollator fühlen. Es gibt außerdem Angebote für ein spezielles Rollator-Training. Mehr Infos dazu finden Sie bei folgenden Adressen:
Adressen für weitere Infos
Deutsche Verkehrswacht e.V. (DVW)
Budapester Straße 31
10787 Berlin
T: 030/51 651 05-30
M: Externer Link:karin.mueller@verkehrswacht.de
ADAC-Zentrale
Hansastraße 19
80686 München
T: Externer Link:089/76 76 – 0
M: Externer Link:verkehr.sicherheit@adac.de
Auto und Reiseclub Deutschland (ARCD)
Postfach 4 40
91427 Bad Windsheim
T: 09841/409 500
M: Externer Link:club@arcd.de
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD)
Bundesverband
Wallstraße 58
10179 Berlin
T: 030/28 03 51–0
M: Externer Link:mail@vcd.org
Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e. V.
www.dvr.de/praevention/programme/sicher-mobil