Gesund aufwachsen und leben im Fokus

Im Zentrum der VdK-Landesjuniorenkonferenz 2026 standen die Gesundheit junger Menschen und die Frage, wie sich Entwicklung und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen stärken lassen.

Eine Gruppe von Männern und Frauen, die Plakate gegen den Sozialabbau hochhalten
© VdK Hessen-Thüringen

Nach der 1989 verabschiedete Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen sollte jedes Kind die Möglichkeit haben, in einer gesunden, sicheren Umgebung aufzuwachsen, sich zu entwickeln und sein Potenzial auszuschöpfen. Die Konvention ist auch in Deutschland geltendes Recht. Sie definiert Gesundheit nicht nur als das Freisein von körperlichen Krankheiten, sondern als einen Zustand des körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.

Die psychische Belastung hat bei jungen Menschen einer aktuellen Untersuchung des Jugendforschers Simon Schnetzerzufolge einen Höchststand errreicht: 29 Prozent der Befragten zwischen 14 und 29 Jahren geben demnach an, psychologische Hilfe zu benötigen. Diese besorgniserregende Entwicklung war Anlass für die VdK-Juniorenvertreterinnen und -vertreter, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie es um die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht.

Was macht die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes?

Einen spannenden Einblick in ihre Arbeit gewährte Isabell Espanion von der Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Gießen. Sie berichtete, welchen Sorgen und Fragen Kinder, Jugendliche und Eltern zu ihnen führen, und wie das Beratungsteam die Rat Suchenden auf ihrem Weg begleitet. 

Espanion thematisierte auch auf den markanten Anstieg der Fälle von Gefährdung des Kindeswohls in den letzten 15 Jahren. Eine Ursache bilde die stetig wachsenden Anforderungen an Familien durch gesellschaftliche Entwicklungen, die oft für Überforderung sorgten, erklärte die Expertin. Zugleich seien Fachkräfte mittlerweile stärker sensibilisiert und hätten Kinder und Familien besser im Blick.

Die Konferenzteilnehmenden waren sich einig: Das Wissen um die lokale Infrastruktur von Hilfesystemen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure zum Schutz junger Menschen vor Ort sei sehr wichtig und eine wesentliche Grundlage, um konkrete Lösungswege zu finden und Kommunen kinder- und familienfreundlicher zu gestalten.

Akzeptanz und Austausch in der Selbsthilfegruppe

Aber was können Menschen mit psychischen Problemen selbst tun, um die eigenen Ressourcen zu stärken? Eine Möglichkeit erläuterte Florian Czieschinksi, Leiter der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen Gießen. Deren Beratungs- und Informationsangebot richtet sich an Betroffene, Angehörige, Selbsthilfegruppen und Fachleute. Sie hilft bei der Suche nach passenden Angeboten, unterstützt die Arbeit der Gesprächs-Selbsthilfegruppen und stärkt die Vernetzung vor Ort.

Im offenen Austausch miteinander teilen die Mitglieder von Selbsthilfegruppen ihre Erfahrungen, erleben Akzeptanz und erkennen - durch den Rückhalt in der Gruppe - die eigenen Stärken. Mit der bundesweiten Aktionswoche der Selbsthilfe vom 26. April bis 2. Mai 2027 soll die Idee der Selbsthilfe zusammen mit Akteuren der Selbsthilfe einem noch breiteren Publikum bekannt gemacht werden.