Frauengesundheit im Fokus
Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Gesundheit, Pflege und Sport hat ein neues Referat für Frauengesundheit eingerichtet. Ziel ist die Förderung einer geschlechtersensiblen Medizin.

Frauen und Männer erleben Gesundheit und Krankheit unterschiedlich. Aber in der Medizin gilt immer noch vorrangig der männliche Körper als Maßstab für die Erforschung und Entwicklung von Behandlungsmethoden. In Studien bewegt sich der Anteil von Probandinnen im Promillebereich.
Gefährliche Fehldiagnosen
Für Patientinnen kann dieses fehlende Wissen lebensgefährlich werden. Denn Beschwerden können sich bei ihnen anders äußern als bei männlichen Patienten, Krankheiten können einen abweichenden Verlauf zeigen und Medikamente unterschiedlich wirken. Das Risiko einer fehlerhaften Diagnose oder Dosierung ist demnach groß.
Wissenslücken schließen
Das neu gegründete Referat soll in Zukunft dazu beitragen, dass diese Unterschiede in Forschung, Lehre, Prävention und Versorgung stärker als bisher berücksichtigt werden. Wissens- und Informationslücken beim Thema Frauengesundheit sollen durch Austausch und Vernetzung zwischen Wissenschaft und medizinischer Praxis, Krankenkassen und Patientinnen möglichst geschlossen werden.
Mehr Prävention
Ein weiterer Schwerpunkt, dem sich die drei Mitarbeiterinnen des Referats widmen werden, liegt auf Erkrankungen, die Frauen besonders oder anders betreffen. Dazu gehören beispielsweise Endometriose und Lipödem. Darüber hinaus sollen auch Prävention und Früherkennung durch intensive Aufklärung verbessert werden, um zum Beispiel mehr Frauen für das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs und mehr Mädchen für die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs zu interessieren.
Gerechtes Gesundheitssystem
Für die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz ist „Frauengesundheit keine Nischenfrage, sondern ein wichtiger Bestandteil eines modernen und gerechten Gesundheitssystems. Frauen sollen in Hessen eine medizinische Versorgung bekommen, die ihre besonderen Bedürfnisse kennt, ernst nimmt und berücksichtigt.“