Kategorie Leben im Alter Sozialpolitik Gleichberechtigung Altersarmut bei Frauen

Die Spätfolgen der Lohnlücke

Auch im Alter besteht ein Unterschied zwischen dem Einkommen von Männern und Frauen. In Hessen ist er besonders groß, in Thüringen dagegen fällt die Lücke deutlich kleiner aus als in den meisten Bundesländern. 

Über dem Bundesdurchschnitt

Das ergab die Auswertung der Europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen für das Jahr 2025 (EU-SILC). Betrachtet wurden die durchschnittlichen Alterseinkünfte pro Jahr, wobei ausschließlich Personen berücksichtigt wurden, die mindestens 65 Jahre alt waren und eine Rente, Pension oder Einkünfte aus einer individuellen Vorsorge bezogen. Demzufolge verfügen in dieser Altersgruppe Frauen in Thüringen über ein im Schnitt um 15,4 Prozent geringeres Einkommen als Männer, in Hessen beträgt diese Lücke laut Statistischem Landesamt 41,9 Prozent. Bundesweit beläuft sich der sogenannte Gender Pension Gap auf 36,2 Prozent.

Witwenrente

Die geschlechtsspezifische Lücke verringert sich, wenn man die Hinterbliebenenversorgung mit einbezieht. Dann beträgt der Abstand zwischen dem Alterseinkommen von Frauen und Männern in Thüringen nur noch 5,2 Prozent; in Hessen sind es immer noch 30,4 Prozent (bundesweit: 24,2 Prozent).

Teilzeitfalle

Über die Gründe für diese Unterschiede lässt sich nur spekulieren. Sicherlich spielt eine Rolle, dass Frauen in der ehemaligen DDR weitaus häufiger in Vollzeit berufstätig waren als in Westdeutschland. Aktuell arbeiten 68 Prozent aller erwerbstätigen Mütter von Kindern unter 18 Jahren in Teilzeit.