Pressemitteilung Pflege vor Ort neu denken
Pflege vor Ort neu denken – VdK fordert kommunale Verantwortung und lädt zur Podiumsdiskussion ein
Der Sozialverband VdK Ortsverband Seeheim-Jugenheim unterstützt die aktuellen Forderungen des VdK
Deutschland nach einem grundlegenden Neustart in der Pflegepolitik. Im Mittelpunkt steht dabei die
Einrichtung kommunaler Pflegeämter als zentrale Anlaufstelle für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.
„Die Pflegeversorgung ist eine der größten sozialen Herausforderungen unserer Zeit. Viele Betroffene und Familien fühlen sich im bestehenden System allein gelassen“, erklärt Andreas Stauß, Vorsitzender des
VdK Ortsverbandes Seeheim-Jugenheim. „Unklare Zuständigkeiten zwischen Pflegekassen, Bund, Ländern, Kommunen und Einrichtungen führen zu Reibungsverlusten. Kommunale Pflegeämter können hier klare Strukturen schaffen und Hilfen besser koordinieren.“
Pflegebedürftige und Angehörige stehen häufig vor der schwierigen Aufgabe, passende Unterstützungsangebote zu finden. Die Suche nach ambulanten Diensten, Beratungsangeboten oder Pflegeplätzen stellt für viele Familien eine enorme organisatorische und emotionale Belastung dar.
Kommunale Pflegeämter könnten als verlässliches Bindeglied zwischen Pflegeanbietern, Verwaltung und Betroffenen wirken und damit die Versorgung vor Ort deutlich verbessern.
Als positives Beispiel verweist der VdK auf die bürgernahe Organisation der Pflege in Dänemark. Dort werden Bedarfe systematisch erfasst und die Versorgung wohnortnah geplant. Eine vergleichbare Struktur könnte auch in Deutschland helfen, Versorgungsengpässe frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Podiumsdiskussion am 26. Februar 2026 in Bickenbach
Vor diesem Hintergrund lädt der VdK gemeinsam mit den Ortsverbänden Alsbach-Hähnlein, Bickenbach und Pfungstadt zur Podiumsdiskussion „VdK Dialog: Pflege und Gesundheitsvorsorge vor Ort“ ein.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 26. Februar 2026, um 17:00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Bickenbach statt. Eingeladen sind Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus den vier Kommunen. Die beteiligten Kommunen werden dabei durch ihre jeweiligen politischen und fachlichen Verantwortlichen vertreten. Ziel ist es, die aktuelle Situation pflegebedürftiger Menschen vor Ort zu beleuchten und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.
Runder Tisch „Pflege und Versorgung im Quartier“ Ein zentraler Ansatz des VdK ist die Einrichtung eines regelmäßig tagenden Runden Tisches „Pflege und Versorgung im Quartier“. Dort sollen kommunale Entscheidungsträger, Pflegedienste, Beratungsstellen,
Ärzte, Apotheken, Selbsthilfegruppen, Ehrenamtliche und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Bedarfe analysieren, Versorgungsstrukturen vernetzen und konkrete Maßnahmen entwickeln.
Dabei geht es nicht nur um Pflege im engeren Sinne, sondern um die Weiterentwicklung eines umfassenden seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes mit starker Teilhabeperspektive. Ziel ist es, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen, pflegende Angehörige zu entlasten und soziale Isolation zu verhindern.
„Pflege darf nicht erst beginnen, wenn Menschen hilfebedürftig werden. Es geht um Lebensqualität, Teilhabe und ein gutes Älterwerden in unseren Kommunen“, betont Stauß. Pflege als kommunale Daseinsvorsorge sichern
Der VdK fordert darüber hinaus eine dauerhafte Finanzierung kommunaler Pflegeaufgaben durch Bund und Länder. Nur durch eine verlässliche finanzielle Ausstattung könne eine gleichwertige und wohnortnahe Pflegeversorgung langfristig gewährleistet werden.
„Pflege ist Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Wenn Planung, Verantwortung und Koordination vor Ort gestärkt werden, profitieren Pflegebedürftige, Angehörige und letztlich die gesamte Gesellschaft“, so
Stauß abschließend.
Kontakt:
Sozialverband VdK Ortsverband Seeheim-Jugenheim
Andreas Stauß, Vorsitzender