Polyneuropathie ausverkauft

Mit über 100 Teilnehmern war der Vortrag „nicht jeder, der torkelt ist betrunken in Gambach ausverkauft. Prof. Gerriets, der in Bad Nauheim eine Praxis mit 5 Ärzten betreibt, gab einen Überblick über diese Krankheit, die mehr und mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerät.
Der VdK Gambach-Ober-Hörgern hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen und das Interesse war sehr groß, ca. 60 Personen musste leider eine Absage zu diesem Termin erteilt werden. Ein weiterer Vortrag für 2027 ist in Planung.
Prof. Gerriets ging in seinen Vortrag auf Ursachen, Symptome und mögliche Behandlungsmethoden ein. Zu den Top drei der Ursachen gehört mit weitem Abstand Diabetes, danach folgen an zweiter Stelle Ursachen, die noch nicht geklärt sind und an dritter Stelle Alkoholismus. Darüber hinaus gibt es noch 400 weitere Krankheiten, die als Ursache in Frage kommen können, selbst Vererbung kann z.B. auch ein Auslöser sein. In der Praxis von Prof. Gerriets kommen etwa 50% der Ursachen aus dem Bereich der ungeklärten Ursachen. Die Krankheit führt zum Absterben von Nerven, wodurch die Schmerzen entstehen.
Symptome von Polyneuropathie sind vor allem Brennen und Prickeln, in den meisten Fällen beginnend in den Füßen und langsam über Jahre hinweg aufsteigend zu Beinen und Händen. Schwindelgefühl ist ebenfalls ein häufiges Symptom dieser Krankheit. In seltenen Fällen kann die Entwicklung auch schneller voranschreiten. Ist die Ursache bekannt, bringt die Behandlung der Ursachen den größten Erfolg, die Nerven können sich neu bilden. Allerdings wächst so ein Nerv um 1 mm pro Tag, es kann also lange dauern, bis eine Besserung eintritt. Ist die Ursache nicht bekannt, helfen verschiedene Arten von Schmerzmitteln, die Krankheit erträglicher zu halten. Bei Schwindelanfällen ist die beste Medizin die Gleichgewichtsübung, Tanzen bietet dabei den größten Erfolg. Aber auch einfache Gleichgewichtsübungen bieten die Möglichkeit, Schwindelanfälle zu verringern.
Anschließend hatte die Selbsthilfegruppe aus Bad Nauheim die Gelegenheit, ihre Arbeit vorzustellen. Der Verein trifft sich monatlich und bietet vor allen den Mitgliedern die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und gegenseitige Tipps zur Bewältigung des Alltags kennen zu lernen. Die Gruppe ist entstanden, weil in Bad Vilbel die Teilnehmerzahl zu groß geworden war. Nun ist auch hier das Ende der Fahnenstange erreichet, wer selbst eine solche Gruppe gründen will, dem bietet die Selbsthilfe Kontaktstelle des Wetteraukreises die Möglichkeit, ihn dabei zu unterstützen. In Gambach stehen z.B. Räumlichkeiten mit dem nebenan Café als Treffpunkt nach Voranmeldung zur Verfügung.
Abschließen nahm sich Prof. Gerriets die Zeit alle Fragen zu beantworten, auch wenn dies über den eigentlichen Zeitpunkt der Veranstaltung hinausging. Auf die Frage der Behandlung von Kassenpatienten gab Herr Gerriets bekannt, dass ihm nur eine begrenzte Zahl von Patienten aus diesem Bereich zugestanden wird. Eine Basisbehandlung wird von ihm darüber hinaus auf privater Basis mit ca. 120 Euro in Rechnung gestellt.
Der VdK stellt dazu fest, dass es wichtig ist, dass man bei Beschwerden immer wieder den Anspruch hat, über Hausarzt oder Krankenkasse oder die 116117 einen Termin bei einem Neurologen zu bekommen. So kann die kassenärztliche Vereinigung den Bedarf feststellen und darauf reagieren. So schaffen wir es vielleicht, eine bessere Abdeckung mit Neurologen für Kassenpatienten zu erreichen. Zum Thema Gleichgewicht passt auch der nächste Vortrag des VdK am 27. November, der sich mit dem Thema Sturzprofilaxe beschäftigt.
