Landestreffen des VdK Hessen-Thüringen auf dem Hessentag in Fulda

Mitglieder des Ortsverbandes Griesheim folgten der Einladung
Mehr als 1.000 VdK-Mitglieder aus vielen hessischen Landesteilen waren der Einladung zum traditionellen VdK-Landestreffen auf dem Hessentag in Fulda gefolgt.
An dieser VdK-Großkundgebung auf dem Hessentag in der Esperantohalle nahmen auch Griesheimer VdK’ler teil. Dem VdK Ortsverband wurde ein größeres Kontingent zugeteilt, so dass alleine durch die Griesheimer Mitglieder ein Reisebus besetzt wurde und nach Fulda starten konnte.
Auf der Veranstaltung richteten sich VdK-Präsidentin Verena Bentele, sowie Ministerpräsident Boris Rhein und der VdK Landesvorsitzende Paul Weimann mit Ansprachen an die Mitglieder.
In seiner Ansprache hob der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Paul Weimann, die Bedeutung der Kommunen für die Schaffung und Aufrechterhaltung der sozialen Infrastruktur hervor: „Wer über den Sozialstaat nachdenkt, sollte vor allem die Kommunen in den Blick nehmen. Hier leben die Menschen, hier werden Gesetze und Reformen konkret umgesetzt“, sagte Weimann. Vor allem Pflege müsse zur Pflichtaufgabe in der kommunalen Daseinsvorsorge werden.
86 Prozent der rund 423.000 Pflegebedürftigen in Hessen werden in den eigenen vier Wänden gepflegt: „Wenn wir nicht schnellstens mehr barrierefreien Wohnraum schaffen und eine bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen gewährleisten, wird das System kollabieren“, warnte Weimann. Er appellierte daher an den anwesenden Ministerpräsidenten Boris Rhein, bei der anstehenden Novellierung der hessischen Bauordnung Barrierefreiheit als Standard im Landesbaurecht zu verankern und alles dafür zu tun, dass durch die geplante Pflegereform auf Bundesebene die Rechte von Betroffenen und ihren Angehörigen gestärkt und nicht geschwächt werden.
Auch VdK-Präsidentin Verena Bentele hob in ihrer Rede die Bedeutung der Kommunen hervor: Unter ihrem Dach sollten in Zukunft Beratung, Versorgung und Entlastung von Pflegebedürftigen und deren Familien zusammengeführt werden. Voraussetzung sei allerdings, dass die Finanzierung der kommunalen Pflegeausgaben durch Bund und Länder dauerhaft sichergestellt werde.Um die Pflegeversicherung langfristig stabil zu halten, schlägt der VdK unter anderem die Verschmelzung von privater und sozialer Pflegeversicherung zu einer Bürgerversicherung vor. „Da die Leistungen beider Versicherungen gleich sind, wäre das ohne allzu großen Aufwand machbar“, erklärte Bentele.
Generell müsse der Zugang zu Leistungen des Sozialstaats vereinfacht werden, forderte sie: „Reformen sind notwendig, aber sie sollten die Situation der Menschen verbessern und nicht verschlechtern.“ Weniger Bürokratie bedeute weniger Verwaltungsaufwand und -kosten.
Stattdessen werde jetzt vorrangig über Kürzungen nachgedacht: „Pflegebedürftigkeit verschwindet nicht dadurch, dass die Betroffenen weniger Leistungen erhalten, sondern dadurch, dass man ihr frühzeitig mit Unterstützung begegnet“, stellte die VdK-Präsidentin klar.
Alle Reden beschäftigten sich aber auch mit der Rolle des Ehrenamtes in unserer Gesellschaft.
Dabei wurde allen Ehrenamtlern vom VdK für ihr besonderes Engagement und Ihren Beitrag zur Solidarischen Unterstützung der Gemeinschaft ausdrücklich gedankt.
Nach dem offiziellen Teil des Landestreffens hatten dann auch die Griesheimer VdK’ler die Möglichkeit sich noch den verschiedenen Attraktionen und Ausstellungen auf dem Fest der Hessen zu widmen und auf der Hessentagsstraße die eine oder andere kulinarische Spezialität zu sich zu nehmen.
Gut gelaunt ging es dann zurück nach Griesheim, mit dem Vorsatz auch auf dem Landestreffen 2027 in Idstein wieder dabei zu sein.