Bericht zum Themenabend „Persönliche Geschichten, Aufklärung & Mut machen“

Der VdK-Ortsverband Michelstadt hatte gemeinsam mit dem AWO-Ortsverein Michelstadt am 11. März zu einem besonderen Themenabend in das Mehrgenerationenhaus Michelstadt eingeladen. Unter dem Titel „Persönliche Geschichten, Aufklärung & Mut machen“ standen Erfahrungen rund um psychische Belastungen, häusliche Gewalt sowie der Weg zu Hilfe und Unterstützung im Mittelpunkt.
Als Referenten berichteten Svenja Beck vom Verein T.o.B.e – Toxische Beziehungen überwinden e.V. sowie Werner Niebel, Gruppensprecher der Selbsthilfegruppe Angst, Panik, Depression, offen und eindrucksvoll über ihre persönlichen Lebenswege.
Werner Niebel schilderte seinen Weg im Umgang mit Angststörungen und Depressionen. Dabei machte er deutlich, wie wichtig es ist, über seelische Belastungen zu sprechen und sich Unterstützung zu suchen. Sein zentrales Anliegen brachte er in einem einfachen, aber wichtigen Satz auf den Punkt: „Die Welt ist zu schön für Depression.“
Auch Svenja Beck berichtete sehr persönlich von ihren Erfahrungen. Sie machte deutlich, dass häusliche Gewalt und narzisstischer Missbrauch weitaus häufiger vorkommen, als viele Menschen vermuten. Häusliche Gewalt hat viele Gesichter, ist schichtunabhängig, kann jeden in jedem Alter treffen und vollzieht sich häufig im Verborgenen. Mit großer Offenheit schilderte sie ihren Weg aus dieser Situation und ihren Kampf zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Ihr Mut und ihre Stärke beeindruckten die Zuhörerinnen und Zuhörer sehr. Dabei betonte sie: „Reden hilft.“
Beide Referenten verband das gemeinsame Anliegen, Aufklärung zu leisten, Mut zu machen und Wege aus der Isolation aufzuzeigen. In Selbsthilfegruppen finden Menschen geschützte Orte, an denen sie Verständnis, Hilfe und Austausch erfahren.
Die Veranstaltung machte deutlich, wie wertvoll persönliche Erfahrungsberichte sein können. Sie nehmen Berührungsängste und zeigen: Niemand muss mit seinen Problemen allein bleiben.